Bauer wurde wegen Sanktionen seinen Kohl nicht los. Da schenkte er ihn der Tafel


Danke, Putin!

 
Anruf bei der Hamburger Tafel: „Hier spricht Joachim Sötje aus Rehm-Flehde-Bargen. Können Sie Weißkohl gebrauchen?“
„Natürlich“, erwidert der Tafel-Mitarbeiter. „Und wie viel wollen Sie uns geben?“
Einen Moment Pause. „Also das ist so“, ertönt dann die Stimme des Anrufers. „Ich bin Bauer und wollte den Kohl wie früher nach Russland verkaufen. Aber diesmal geht das nicht wegen der Sanktionen, die Putin gegen die EU verhängt hat. Und ich weiß nicht wohin mit dem Gemüse.“
„Selbstverständlich zu uns“, sagt der Tafel-Mitarbeiter. „Und nun nochmal: Wie viel Kohl können wir von Ihnen bekommen?“
„Erst mal zwei Tonnen“, antwortet Bauer Sötje. „Danach sehen wir weiter.“
Dem Tafel-Mitarbeiter verschlug es fast die Sprache. So eine Menge Kohl! Dann aber machte er schnell einen Abhol-Termin mit Herrn Sötje fest. Und als der Weißkohl eine Woche später ins Fahrzeug der Hamburger Tafel geladen wurde, fragte der 74-jährige Bauer: „Wie sieht's aus? Kommen Sie nächste Woche noch einmal?“
Der Mann von der Tafel guckte unsicher: „Wieder Weißkohl?“
Bauer Sötje nickte: „Wieder Weißkohl!“
So geschah es - inzwischen  erhielt die Hamburger Tafel vier Tonnen. Und sie möchte sich hier beim Bauern Joachim Sötje aus Rehm-Flehde-Bargen in Dithmarschen und irgendwie auch bei Russlands Präsidenten Wladimir Putin bedanken, der wegen der Ukraine-Krise ein Embargo über die Erzeugnisse der EU verhängt hatte. Denn hätte er es nicht getan, hätten sehr viele Bedürftige ab Anfang November nicht diesen gut schmeckenden Weißkohl genießen können...

Prüfend blickt Bauer Joachim Sötje auf seine Tafelspende. "Der Kohl sieht gut aus", meint er. "Wäre schade gewesen, wenn ich ihn hätte vernichten müssen!"