Der 1. Oktober – ein Ehrentag für die Tafel-Mitarbeiter

  Am 1. Oktober 2016 fand der zehnte Deutsche Tafel-Tag statt - ein Ereignis, bei dem auch die rund 120 ehrenamtlichen Helfer der Hamburger Tafel für ihren selbstlosen Einsatz geehrt wurden. Denn sie schützen an jedem Wochentag alle essbaren Lebensmittel vor der Vernichtung und sorgen dafür, dass diese noch vollwertigen Esswaren den Hamburger Bedürftigen zugute kommen.
  „Unsere Ehrenamtlichen fahren mit 10 Kühlfahrzeugen an jedem Werktag über 180 Betriebe, die uns Lebensmittel spenden, regelmäßig an“, erläutert der 1. Vorsitzende der Hamburger Tafel e.V. Jens Wrage (links). „Anschließend beliefern wir 21 Lebensmittelausgabestellen in Hamburg, die in unterschiedlichster Trägerschaft, wie Kirchengemeinden, Diakonie oder Selbsthilfegruppen, ebenfalls ehrenamtlich betrieben werden. Ohne diese weiteren mehrere Hundert Helfer könnte die Verteilung der Nahrungsmittel nicht gestemmt werden. Und so gilt der Tafel-Tag auch ihnen.“
  Bisher konnte die Hamburger Tafel alle Ausgabestellen und sozialen Einrichtungen in gewohntem Umfang unterstützen, aber die Herausforderungen werden größer.„Wir merken an den gespendeten Warenmengen, dass die Verkaufsplanungen und Vorratshaltung in den Betrieben immer exakter wird,“ so Wrage. „Auch wenn wir begrüßen, dass dies die Vernichtung genießbarer Lebensmittel reduziert, bleiben für uns dann natürlich weniger Lebensmittel für die Verteilung übrig. Daher ist es umso wichtiger, weitere Unterstützer für die Hamburger Tafel e.V. zu gewinnen – sowohl durch Warenspenden als auch Geldspenden, weil der logistische und organisatorische Aufwand für das Einsammeln der benötigten Warenmenge steigt.“
  „Wir verteilen pro Woche über 35 Tonnen Lebensmittel, mit denen wir neben den Lebensmittel-Ausgabestellen auch rund 65 weitere soziale Einrichtungen von Tagestreffs bis zu Wohngruppen – zum Beispiel für Drogenabhängige - unterstützen“, ergänzt Ralf Taubenheim, Geschäftsführer der Hamburger Tafel. “Zwar gibt es bei den täglich gesammelten Warenspenden immer wieder Schwankungen, aber die können wir derzeit noch durch unsere Warenlager ausgleichen.“
 Das Motto des diesjährigen Aktionstages lautet „Tafeln sind Orte der Begegnung“. Denn nicht zuletzt durch die Zunahme der Flüchtlingszahl sind Tafeln mehr und mehr zu Begegnungsstätten geworden. Dort finden nicht nur Menschen unterschiedlicher Herkunft und Bildung zusammen, es begegnen sich Männer und Frauen, Jung und Alt, Dick und Dünn, Arm und auch Reich.
„Die Hamburger Tafel e.V. finanziert sich ausschließlich aus Spenden, daher sind wir auf die Unterstützung der Bürger der Hansestadt angewiesen“, sagt Jens Wrage. „Deshalb suchen wir weitere 'Retter der Tafelrunde', die uns unter die Arme greifen. Jede Spende hilft dabei, unsere Fahrzeuge täglich in Bewegung zu halten, der Treibstoff und die Reparaturen kosten viel Geld, dazu kommen die Lagermiete und die Gehälter für die angestellten Mitarbeiter.“
  Und wie denken die ehrenamtlichen Helfer über ihren „Job“ bei der Hamburger Tafel?
 „Für mich ist jeder Einsatz ein besonderer, ein Tafel-Tag“, erzählt Bärbel, „denn ich komme mit vielen Menschen zusammen und kann dabei noch etwas Gutes tun.“ Und Wolfgang berichtet: „Ich arbeite jetzt 16 Jahre bei der Hamburger Tafel und habe bisher keinen Tag bereut. Die Arbeit macht mir immer noch Spaß, und...“ er grinst, „...meine Frau ist mit meiner Tätigkeit voll einverstanden, weil sie dann ein paar Stunden für sich alleine hat und  diesen 'Tafel-Tag' in aller Ruhe genießen kann." Bei den Tafeln geht's auch lustig zu, wie dieses Bild von einem Jahrestreffen zeigt.