Jugendliche sammelten für arme Hamburger Bürger

Über die Jugend wird oft gemault: „Die hängen rum und labern dummes Zeug!“ Oder: „Sie starren nur auf ihr Smartphone und rempeln deswegen die anderen Leute an.“
Hallo – geht’s noch?! Schon mal was von Vorurteilen gehört? Tatsächlich handelt es sich bei den oben genannten Heranwachsenden um eine Minderheit. Die Mehrzahl der Jugendlichen versuchen jedoch in der Schule gute Leistungen zu erzielen, sie pflegen Kontakte mit Freunden, machen sich Gedanken um ihre Zukunft, die Umwelt – und auch, wie Bedürftige unterstützt werden können.
Die Schülerin Leah ist so ein Mädchen, das an die Mitmenschen denkt. Süße siebzehn ist sie gerade geworden und hat Mitte Mai mit ihren Klassenkameraden etwas Großartiges vollbracht. Leah besucht die Oberstufe des Gymnasiums Oldenfelde – und dort berichtete im Frühjahr 2016 eine Lehrerin über die Sammelaktionen der Jugendorganisationen des Lions Clubs International und der internationalen Rotary-Clubs, bei denen die Supermarktkunden vor dem Einkauf gebeten werden, ein Lebensmittel mehr zu kaufen, um es den armen Mitmenschen spenden zu können.
Leah war vom Bericht der Lehrerin begeistert. „Das mache ich auch“, beschloss sie spontan und trommelte etwa 15 Mitschüler(innen) zusammen, die sofort bereit waren, sich an der Sammelaktion zu beteiligen. Nach einer vierwöchigen Planungsarbeit war es am 13. Mai 2016 soweit: Die jungen Leute stellten sich vor drei Supermärkten auf und baten die Kunden um eine Spende. So kamen in drei Stunden Lebensmittel im Wert von über 150 Euro zusammen, und als Leah sie einige Tage später gemeinsam mit ihrem Klassenkameraden Oscar bei der Hamburger Tafel ablieferte, waren die beiden immer noch begeistert und versprachen: „So etwas machen wir bestimmt wieder!“

Stolz lieferten Leah (Mitte) und Oscar (rechts) die von ihnen gesammelten Lebensmittel beim Fahrdienstleiter der Hamburger Tafel Jan-Henrik Hellwege ab


Während Leah und ihre Kameraden um Spenden baten, fand die Trauerfeier für die Gründerin und Ehrenvorsitzende der Hamburger Tafel Annemarie Dose statt, die am 28. April 2016 verstarb. Ami wäre bestimmt von Leas Einsatzfreude fasziniert gewesen...