Kriminelle betrügen mit Konto der Hamburger Tafel

Achtung, liebe Leserin, lieber Leser, wenn Sie Post erhalten, in der man Ihnen einen hohen Gewinn verspricht, dann werfen Sie den Brief sofort weg! Der Sinn des Schreibens ist es nämlich, Sie um Ihr Geld zu betrügen!

Zwar handelt es sich um eine uralte Masche, aber sie scheint immer noch erfolgreich zu sein: Eines Tages erhalten Sie einen Brief, der Ihnen eine Gewinnsumme zwischen 78.000 und 128.000 Euro verspricht. Sicherlich finden Sie die Ankündigung recht interessant – und falls einige Tage später Ihr Telefon klingelt, meldet sich die Hamburger Anwalts- und Notariatskanzlei Siegel Partner, und eine „Frau Doktor“ (die – falschen – Namen sind verschieden) zwitschert mit honigsüßer Stimme, ob Sie an dem angekündigten Gewinn interessiert seien.
„Natürlich!“ werden Sie vermutlich antworten, woraufhin Ihnen die Anruferin erst einmal gratuliert und sagt, mit der Auszahlung des Gewinns sei es "leider, leider" nicht so einfach. Zunächst müssten Sie eine „Aktivierungsgebühr“ in Höhe von 200 Euro auf das Konto DE65 2005 0550 1217 1305 15 bei der Hamburger Sparkasse (HASPA) überweisen, und wenn Sie dabei ein von ihr genanntes Aktenzeichen angeben, stünde der Gewinnausschüttung nichts mehr im Wege.

Hier kommt die Hamburger Tafel mit ins Spiel, denn ihr gehört die genannte Kontonummer! Und wenn aufmerksame Mitarbeiter der HASPA die Hamburger Tafel nicht alarmiert hätten, wäre sie vielleicht in eine üble Schweinerei einbezogen worden!
Wie die folgenden Recherchen ergaben, rief die "Frau Doktor" von der Hamburger Anwalts- und Notariatskanzlei bald wieder bei den von ihr kontaktierten Personen an. Ob sie die 200 Euro Aktivierungsgebühr überwiesen hätten, wollte sie wissen. Wer die Frage bejahte, dem gratulierte die Dame erneut überschwänglich zum Gewinn und flötete, dass ja nun alles klar sei, die Überweisung des Gewinns würde umgehend erfolgen. "Leider, leider" müsste vorher noch eine Formalität erledigt werden – die Begleichung einer "Abwicklungsgebühr" in Höhe von 2.000 Euro auf ein Konto bei der Berliner Bank, es würde auch eine Bareinzahlung auf ein ausländisches Konto (z. B. in Kasachstan) sehr gern gesehen.

Wie viele Personen sich zur Zahlung der 2.000 Euro hinreißen ließen, ist der Hamburger Tafel nicht bekannt. Sicherlich waren einige dabei, die auf den großen Gewinn hofften (alte Weisheit: "Gier lähmt das Hirn"). Aber sie hofften umsonst, denn einen Gewinn gab's nicht! Und auch ihr eingezahltes Geld war futsch! Die zuerst gezahlten 200 Euro und die 2.000 Euro "Abwicklungsgebühr"  alles weg! Die Hamburger Tafel dagegen hat allen Personen, die 200 Euro "Aktivierungsgebühr" auf das Tafel-Konto bei der HASPA eingezahlt hatten, das Geld zurück überwiesen. Und bei der Polizei eine Strafanzeige gegen die Anwalts- und Notariatskanzlei Siegel Partner gestellt. Denn bei der Hamburger Tafel ist man friedlich und hilfsbereit – nur wenn man ihren guten Namen durch kriminelle Aktivitäten in den Dreck zieht, können die Tafel-Angehörigen sehr empfindlich reagieren!