Tafel-Vorstandvorsitzender Peter Müller:
„Ich möchte von dem, was ich erreichte, etwas zurückgeben!“

Er steht kurz vor dem Ruhestand, ist aber noch „voll im Saft“. Deshalb wollte Peter Müller nicht die Hände in den Schoß legen und ließ sich am 31. Mai 2017 bei der Hamburger Tafel zum Vorstandsvorsitzenden wählen. Hier berichtet er über seine ersten 100 Tafel-Tage.

Hamburger Tafel (HT): Peter, bitte erzähle etwas von dir.
Peter Müller (PM): Ich bin 67 Jahre alt, verheiratet und lebe in Hamburg-Sasel. Fast drei Jahrzehnte meines Berufslebens war ich bei der Firma Axel Springer tätig, anfangs in Hamburg, dann in verschiedenen Standorten und die letzten elf Jahre in Berlin. Während dieser Zeit bin ich andauernd zwischen der Haupt- und der Hansestadt gependelt, denn für meine Familie und mich war immer klar, dass wir niemals unseren Wohnsitz in Hamburg aufgeben werden.
HT: Und wie kamst auf die Idee, dich bei der Hamburger Tafel für bedürftige Menschen zu engagieren?
PM: Ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt. Und jetzt finde ich die Zeit, in der ich von dem, was ich erreicht habe, etwas zurückgeben kann.
HT: Wie fühltest du dich während der ersten 100 Tage bei der Hamburger Tafel?
PM: Von Anfang an sehr wohl. Von meinen Vorstandskollegen und im Kreise der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter wurde mir großes Vertrauen und Zuversicht entgegen gebracht. Durch die vielen Gespräche, die ich geführt habe, wurde mir schnell klar, wie engagiert und auch hochprofessionell die ehrenamtlichen Kollegen den Ablauf bei der Tafel jeden Tag aufs Neue bewältigen und wie sorgfältig dies alles geschieht. Das finde ich nicht selbstverständlich – gerade in unserer heutigen Zeit, wo das Ego bei vielen Menschen besonders ausgeprägt ist.
HT: Was hat dir spontan bei der Hamburger Tafel gefallen und was nicht?
PM: Spontan hat mir gefallen, dass Uwe manchmal morgens nicht weiß, was er mittags auf den Tisch bringen soll. Und dann doch mit viel Fantasie und Improvisation immer wieder eine tolle Mahlzeit für die Kollegen zaubert. Was mir nicht gefallen hat, ist die langsame digitale Ausrüstung. Hier ist eine Änderung dringend notwendig. Die EDV-Anlage soll modernisiert, die Geräte und Programme müssen auf den neuesten Stand gebracht werden!
HT: Welche Pläne hast du? Was würdest du besser machen?
PM: Mit "besser machen" ist das immer so eine Sache – vielleicht anders machen, das gefällt mir mehr. Ich denke, dass wir die Hamburger Tafel noch stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen müssen – nach dem Motto „Tue Gutes und rede auch darüber“. Zurzeit sind wir dabei, mit einigen Presseleuten ein Konzept hierfür zu erstellen. Außerdem habe ich vor allem in Hamburg viele Kontakte, die für die Hamburger Tafel interessant sein können. Und noch sehr wichtig: Ich möchte ganz nah an den Mitarbeitern und für deren Sorgen und Nöte da sein. Aber das ist ja eigentlich ganz selbstverständlich!